Samstag, 6. November 2010


Liebe Leute!
Zwar bin ich schon seit ein paar Tagen wieder zurück in Tumbes, hab aber bis jetzt keine Zeit und Lust gefunden, euch ausführlicher von meiner Kolumbienreise zu berichten! Ich entschuldige mich hiermit dafür.
Alles beim Alten hier! Die Autos und Motos fahren immernoch genauso chaotisch wie vorher, das Essen geht mir leider immernoch genauso auf die Nerven (es gibt zwar Ausnahmen, aber es ist wirklich leider so…), meine Arbeit ist genauso anstrengend wie vorher. Und beunruhigender Weise ist es immernoch „so kalt“ wie vor meiner Abreise. Bei jedem Gespräch wird die Kälte erwähnt und darüber diskutiert, wie ungewöhnlich das denn sei: Es lebe der Klimawandel! Es war anscheinend noch nie so kalt und bewölkt und vorallem noch nie so lange in den Frühling hinein.
Insgesamt war ich also von Mittwoch Abend bis Dienstag Mittag unterwegs. Dazu muss man sagen, dass man von Haustür zu Haustür ca. 24 h einplanen muss!
Jedoch kann ich nicht sagen, dass mich der lange Anfahrtsweg in irgendeiner Weise gestört hat, überhaupt nicht! Es war eher toll, die mir unbekannten Landschaften vorbeiziehen zu sehen, die Menschen bei ihrem alltäglichen Tun zu beobachten und knuffige Dörfer in Ecuador beim Aufwachen zuzuschauen! Zwar war das aus dem Fenster schauen nach der eintreffenden Dunkelheit nicht mehr soo interessant, aber wegen der zahlreichen Serpentinen  wurde die Fahrt niemals langweilig. ;) Die Fahrer hier wissen mit ihren Bussen umzugehen, trotzdem hatte ich bei dem Geschunkel ganz schön Angst teilweise. Man erkennt zwar nicht so viel, weiß aber trotzdem, dass es links neben einem recht krass bergab geht und rechts nebeneinem recht krass bergauf. In Ecuador war die Landschaft am Anfang eigentlich ausschliesslich von Bananenplantagen bestimmt. Danach wurde es tropischer und tropischer und die Pflanzen, die ich kannte, nahmen kontinuierlich ab…
Toll war es auch durch das nächtliche Quito zu fahren. (Natürlich wäre es Tag bestimmt toller gewesen, aber…) Die Lichter waren unglaublich. Die Stadt liegt mitten in den bergen und zieht sich wie ein länglicher Schlauch durch die Täler. Von dem einen Busterminal haben wir locker eine komplette Stunde gebraucht. Dann nach einigen wenigen zerknautschten Stunden versuchten Schlafens in allen möglichen verrückten Positionen fuhren wir durch die Berge. Toll! Und kalt! Brrr. Als Tumbesinerin bin ich es gar nicht mehr gewöhnt lange Sachen anzuhaben und dann diese plötzliche Kälte… Unangenehm!
Nachdem wir schon kurz hinter Tumbes mit den Grenzbeamten in Kontakt waren, kam nun die nächste Grenze. Obwohl ich alle Dokumente hatte und eigentlich keine Sorgen zu haben bräuchte, war es immer ziemlich aufregend und mit nervosität gespickt meinen Pass zu überreichen und zu beobachten, wie der Beamt meinen Pass durchblättert. Na, ist aber immer alles gut gegangen und schwupps waren wir auch schon in Kolumbien! Wann hätte ich mir mal erträumt nach Kolumbien zu kommen! Das einzige was man bei uns in Europa von Kolumbien mitbekommt ist Drogen, Farc, Paramilitär und Bandenkriege. Nagut, und Salsa und Kaffe. Ich war völlig überrascht, als ich festgestellt habe, dass die Berge in Südkolumbien wie die Alpen in tieferen Höhenlagen aussehen. (Mit anderer Vegetation). Ab der Grenze ging es dann in einem Minivan weiter und ich muss wirklich sagen, dass ich für 1,5 h Todesangst hatte. Dieser Minivan ist mit 100Km/h die Berge runter und rauf gerast, hat in Kurven die übelsten Überholmanöver durchgeführt, ist dem Abhang des öfteren meiner Meinung viel zu nahe gekommen und hat die Kurven mit gasgeben gemacht, wobei die Reifen gequietscht haben, weil das Auto schon in einer so komischen Lage war, dass die Reifen irgendwie nicht richtig ausgerichtet waren. Keine Ahnung, ich hatte nicht so viel Zeit mich mit dem Urpsprung des quietschens auseinanderzusetzen. ;) Der rest in dem Van war vollkommen entspannt, einer ist direkt nach der Abfahrt eingeschlafeN! Nun gut, die Fahrt hab ich gut überlebt, inklusive gab es eine Atemberaubende Sicht auf das Tal mit Wasserfällen, allen möglichen Grüntönen und Flüssen.

Pasto hat mir sehr sehr sehr gut gefallen. Die Stadt hat ungefähr 500.000 Einwohner und ist ziemlich modern! Es gibt richtige Geschäfte, wo man alles bekommt, sogar besondere Materialien für den Kunstunterricht von Paolas Mutter ließen sich besorgen. Alles ist sauber und die Straßen sind alle geteert (zumindest im Zentrum, was ich gesehen habe). Es gibt eine Menge Apartmenthäuser, die wirklich schick sind und auch ansonsten sind die Häuser alle fertiggestellt und es ragen keine stahlträger aus der Decke beispielsweise. Auch mehrere Kinos gibt es und eine Menge an Weggehmöglichkeiten, jenachdem was man für einen Musikgeschmack hat.
Es war eine tolle Auszeit zum Dorf Tumbes! (Soll nicht heissen, dass ich mich in Tumbes nicht wohlfühle  oder die Stadt nicht mag ;)
Highlights unseres Aufenthaltes war ein Ausflug an einen Bergsee, der malerisch in die Landschaft passt. Hier sagen Bilder, wie man weithin weiß, viel mehr als Worte. Die Natur hat richtig gut getan!
Zu Mittag gegessen haben wir in einem wunderschön hergerichteten Restaurant, wo überall schweizer deko rumhing! ;) Außerdem hatten wir am Sa das Vergnügen auf eine Halloweenparty eingeladen zusein. Hierfür haben wir Kunstwimpern rausgeholt und uns schick gemacht, nichts gegen die Kostüme der anderen Gäste (Avatarmensch, Schneewitchen, Marienkäfer, Einstein….). Ich kam in den Genuss Salsa z utanzen! Na, zumindest haben die Männer es mir versucht ein wenig beizubringen und es hat riesen Spaß gemacht!! :)
Am Sonntag ging es dann zu einer Finka der Familie von Paola. Ein wunderschöner Ort! An einem Berghang gelegen , mit dem Blick aufs Tal. 2 süß hergerichtete Häuser, in denen man sich einfach wohlfühlen MUSS! Ich wurde sowieso mit so offenen Armen aufgenommen, das war einfach toll!

Montag ging es dann leider wieder auf den Rückweg, am Mittwoch fing meine Arbeit ja wieder an.
Insgesamt eine tolle Reise die mir Apetit auf mehr gemacht hat. Deshalb kann ich meine Finger nicht mehr von meinem Peru/Bolivien Reiseführer lassen und habe soo viele Ideen, was man alles kennenlernen müsste, während der 4 wochen Reisezeit, die wir haben…

Soweit dazu! In meinem Projekt bereiten wir gerade einen Kultur-Freitag vor. Dieser wird aus darstellungen von Tanz, Theater und Musik sein. Die Jugendlichen arbeiten gut mit und auch für sie ist es eine willkommene Abwechslung zu ihrem Alltag. Es ist aber ganz schön anstrengend 30 Jugendliche zu koordinieren, motivieren und im Zaum zu halten. Warten wir ab, was daraus wird!

Morgen planen wir Freiwilligen einen Ausflug in den Nationalpark, der ungefähr 2 h entfernt von Tumbescity liegt. Dort kann man wilde Tiere und unberührte Natur zu sehen bekommen. Wir werden einen Guía anheuern, der uns ein bisschen rumführt. Ich bin gespannt!! :)
Lasst euch eine Menge Grüße schicken!
Freu mich etwas aus der Heimat zu hören ;)

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