Guten Tag ihr lieben!
Nach einem Wochenendausflug nach Trujillo (größte Stadt im Norden Perus) bin ich gestern morgen wieder in Tumbes angekommen. Trujillo ist überhaupt gar nicht mit Tumbes zu vergleichen, was wohl hauptsächlich mit der Größe zusammenhängt. Zwar kann man die genaue Einwohnerzahl nicht wirklich bestimmen, es gibt wie in jeder Stadt in Peru eine Menge illegaler Siedlungen und bei weitem nicht alle Menschen lassen sich bei einem Umzug registrieren, doch wird die ungefähre Zahl auf um und bei 700.000 EW geschätzt. Tumbes hingegen hat lediglich 90.000 EW... Ich fand es wirklich schön mal wieder in einer großen Stadt unterwegs zu sein! Darüberhinaus hat mir Trujillo besonders wegen der schönen Plätze gefallen, die mit viel Wasser hergerichtet werden: Es gibt Bäume, Rasen und Blumen und einige schöne Skulpturen und Statuen. Und um den Plaza de armas gibt es eine Menge Bauten im Kolinialstil und jedes Gebäude hat eine andere Farbe, was den Platz unheimlich farbenfroh macht.
Nach einer durchfahrenen Nacht bin ich Samstag morgen in Trujillo angekommen und von Lisa und Birthe (2 Afs-weltwärts-Freiwillige) am Bus abgeholt worden. Nach einem leckeren Frühstück mit frischgepresstem Orangensaft und dem ersten richtigen Cafe nach 2 Monaten sind wir dann mit dem Rest von Afs-ern auf einen agesausflug zu den Sehenswürdigkeiten in und um Trujillo aufgebrochen. Die Ziele waren wirklich sehenswert und interessant, da wir aber eine Führerin hatten, die uns von A bis B und C durchgehetzt hat, ist nicht sehr viel Information hängen geblieben. Ich habe auch festgestellt, dass ich Natur archöologischen Plätzen vorziehe. Auch wenn es wirklich beeindruckend ist sich vorzustellen, dass in den Mauern, die man besichtigt vor mehr als 1500 Jahren Menschen gelebt haben und die Wandmalereien der Tempel von ihnen stammen.
Insgesamt ist Trujillo weitaus turistischer als Tumbes. Das liegt vorallem an den bereits erwähnten Überresten der Mochica-Kultur, die von 200-800 n. Chr. in Trujillo gelebt hat. Man kann eine alte Siedlung besuchen (Chan Chan) , Tempel (Huacas del sol y de la luna) anschauen und im Museum gefundene Gegenstände bestaunen.
In Trujillo gibt es auch 2 sogenannte "Malls". Das sind riesige Einkaufszentren, wo es zum einen Riesen-Aupermärkte gibt, zum anderen alle amerikanischen shops, von Billabong bis Tommy Hilfiger ist da alles dabei. Wenn man dann nach dem Einkaufen Hunger hat, erwarten einen McDonalds, Pizzahut und alle anderen Gerichte aus der westlichen Welt. Die Preise sind ultrahoch und ein "normaler" Peruaner kann sie sich wohl nicht leisten. Dafür gibt es ja aber in größeren Städten genug wohlhabende, die sich den Luxus dieser privaten Luxus-Innenstädten leisten können.
Auch ich war 2 Mal in diesen Malls! Am Samstagabend gab es nämlich ein Oktoberfest in einem der Malls. Zwar war es vom Prinzip nur ein Aufhänger, um möglichst viel Bier zu verkaufen, doch wurde auch eine Tanztruppe mit typisch deutschen Tänzen engagiert, die dann zu deutetscher Schunkelmusik getanzt haben. Unser Tisch war der einzige, der mitgeschunkelt hat, der Rest hat eigentlich nur drauf ewartet, dass eine bekannte peruanische Band anfängt zu spielen und es zum Salsa und Cumbia tanzen übergeht;)
Leider haben die Veranstalter auch wenig über das richtige Oktoberfest recherchiert. Und das habe sogar ich, als Oktoberfest-Neuling, bemerkt: Wenige deutsche kulinarische Spezialitäten (keine Brezeln bspw.), das Zelt war schwarz, die einzige Deko waren deutsche und peruanische Fahnen, kein blau weiss!, ... . Immerhin sahen die Dirndl einigermaßen echt aus.
Das andere Mal habe ich mir bei Starbucks einen Cafe gegönnt. Ich denke, dass ich mich diesem Luxus nicht hingegeben hätte, gäbe es hier in Tumbes genügend richtigen guten Cafe... Da dem aber nicht so ist (ich trinke abends einen absolut überzuckerten Instant-Cafe), war es supertoll draußen in der Sonne einen Käffsche zu trinken! Uns (Johanna aus CHimbote und ich) war aber auf jedenfall die Dekadenz bewusst und wir haben uns nicht hunderprozentig wohl dabei gefült einen Cafe zu trinken, der mit einem Preis von 12 Soles 600 Prozent teurer ist, als ein normaler "einheimischer" Cafe...
Es war sehr entspannend mit deutschen Freunden zusammen sein, die zumindest ein ähnliches Lben führen wie ich selber. Es wurde sich reichlich über alles ausgetauscht!
Nun wieder in Tumbes ist mir aufgefallen, dass ich mich wirklich sehr wohl fühle in Tumbes und mein Leben auch nicht gegen eins in Trujillo eintauschen würde. Meine Stadt ist eben klein aber fein! Ich finde es angenehm, dass die Fortbewegung hier sehr einfach ist, ich eine typisch peruanische Kleinstadt erlebe, die noch nicht so krass von der Globalisierung beeinflusst ist und auch die Sicherheit besser einzuschätzen ist. In einer Gruppe kann ich mich hier nämlich ohne Probleme frei bewegen, was in Trujillo so bei weitem nicht überall nicht möglich ist!
Für heute habe ich genug geschrieben!
Lasst euch mal wieder eine Ladung Sonne schicken :)




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