Montag, 13. Dezember 2010

Erst eins dann zwei dann drei dann vier und wenn das fünfte Lichtlein brennt.....


Buenas!
Eine neue Woche ist zu Ende… Ich muss dazu sagen, dass es eine wirklich anstrengende Woche war. Am Donnerstag hat das Afs-Komitee Tumbes sein 10 jähriges Jubiläum gefeiert und es wurde eine große Feier veranstaltet. Dafür sollte jeder Teilnehmer der Programme irgendetwas einüben und auf der Feier vorstellen. Unter anderem gab es 2 fleißige Jongleure, 2 Marinera (typischer peruanischer Tanz) Paare, einen Song, der auf einem thailandischen Instrument vorgespielt wurde und auch einen mit Kajon und Gitarre eingeübten Song, den ich gesungen habe. Als Eröffnung haben wir alle gemeinsam Polka getanzt! :) Es war ziemlich spaßig das alles einzuüben und dann im Endeffekt auch vor ca. 70 Leuten vorzustellen. Hat auch alles gut geklappt!
Neben diesen Talenten gab es als Programmpunkte dann noch die immer und überall typischen Reden, Essen und die Vergabe von Zertifikaten an Gastfamilien und Projektleiter. Abgerundet wurde dann alles noch durch eine Stunde Tanz, eingeleitet von einer Tanztruppe. Eine wirklich gelungene Nacht! Alle schick in ihren Abendkleidchens und Anzügen…
Was meine Arbeit betrifft, hatte ich diese Woche nicht wirklich soo viel zu tun. Ich habe lediglich Dienstag und Samstag gearbeitet. Am Freitag und Montag war die Schule wegen der Wahlen geschlossen, Mittwoch Feiertag, Donnerstag die Feier und Freitag eine Ausstellung meiner Schule, weshalb unser Espacio nicht geöffnet wurde. Hinzukommt, dass meine Arbeitskollegin nur bis Gestern gearbeitet hat und wir uns jetzt ersteinmal neu organisieren müssen. Lucas sitzt leider in einer Andenstadt fest, die von einem Streik der Minenarbeiter vollkommen abgeriegelt wurde. Sogar das Militär ist eingezogen und versucht nun seit Tagen vergeblich für Ruhe zu Sorgen… Na, deshalb verschiebt sich die Umstrukturierung ein wenig, bis Lucas wieder aus dem Dorf zurückkehren kann. Abwarten…
Letzten Samstag haben alle Afser bei einer Sensibilisierung in La Cruz (das nächste größere Dorf Richtung Süden) teilgenommen. Wir sind in Kleingruppen von Haus zu Haus marschiert und haben die Leute an Mülltrennung erinnert, gefragt, was sie für Probleme mit der Müllentsorgung haben, ob sie Verbesserungsvorschläge haben, etc. es ist beachtlich, wie weit eine Verbesserung der Müllentsorgung immerhin schon in die Köpfe der Bewohner von La Cruz vorgedrungen ist. Gut, nur wenn man La Cruz mit Tumbes vergleicht. Viele Leute trennen bereits ihren Müll und wollen wirklich etwas verändern. Mal eben als kleiner Eindruck: Zwar gibt es offiziell eine Müllabfuhr, jedoch kommt der Müllwagen nur einmal die Woche und erreicht auch nicht alle Häuser. Zum einen ist das Problem, dass es keine Mülltonnen gibt, also keinen Ort, wo die Abfälle aufbewahrt werden können, bis der Müllwagen dann irgendwann mal vorbeikommt. Der Müll fängt an zu stinken und daraus ergibt sich dann, dass der Müll irgendwo hin geworfen wird. Das kann beispielsweise ein trockenes Flussbett oder ein leerstehendes Grundstück sein. Oft ist es einfach ein Stück  Natur, das zur Müllkippe umfunktioniert wird. Zum anderen wird der getrennte Müll auch nicht getrennt abgeholt. Zwar gibt es ebenfalls extra Helfer, die durch die Häuser laufen und recycelbare Dinge einsammeln sollen, doch auch diese Menschen in blauen Uniformen gelangen bei weitem nicht in alle Bereiche… Dann wird im Endeffekt doch alles den Müllmännern mitgegeben. (Wenn der Müllwagen nicht vorbeikommt, gibt es kleine Müllwägelchen, nicht mehr als ein 3Rad, mit dem Leute für 50 cent oder 1 Sol die Müllsäcke abholen. Wo dieser Müll landet kann man ein Stückchen weiter oben nachlesen… Leider.)
Ein generelles Problem ist auch, dass es unglaublich wenige Mülleimer in der Stadt gibt. Jede Verpackung, jedes Papier oder jede Zeitung wird wenn sie nichts mehr taugt einfach dort fallengelassen, wo man sich eben gerade befindet. Im Auto wird eben alles aus dem Fenster entsorgt, am Strand eben am Strand.
Um gegen diese Verhaltensweisen anzuarbeiten haben wir eben einen Vormittag lang sensibilisiert. Es war wirklich interessant von haus zu Haus zu gehen, zu sehen wie die Menschen leben und mit ihnen zu sprechen. Es sollten bewusst wir Gringos sprechen, da es für die meisten Peruaner eine unglaubliche Ehre ist, wenn sich Ausländer mit ihnen unterhalten und sich für sie interessieren. Somit erhofft sich das Projekt, dass auch die Message länger hängen bleibt… Ich hoffe es!
Nach diesem Marsch durch die pralle Sonne haben wir den Tag gemeinsam mit den Mitarbeitern des Projekts und einigen anderen Leuten am Strand ausklingen lassen. Es gab ein Fussball und Volleyballspiel, viel Rumliegerei und zu guter letzt ein Ceviche im Stammlokal der Mitarbeiter. Wirklich nett!
Ansonsten fühle ich mich immernoch pudelwohl und bin jetzt reichlich gespannt auf peruanisches Weinachten. Nachdem das Restaurant letzte Woche „dezent“ mit Girlanden und diesem und jenem geschmückt wurde, hat meine Mutter festgestellt, dass die Deko bei weitem noch nicht reicht. Deshalb wurden gestern 2 Tüten voller Weinachtskitsch angekarrt, unteranderem haben wir jetzt eine singende Lichterkette, die unseren schnuckeligen Weihnachtsbaum erleuchtet und eine leuchtende und Glitzernde Kette an unserem Balkon, schick! :D

Lasst etwas von euch hören und euch sommerlich heisse Grüße senden!! 
Ein kleiner Eindruck meiner Gesangseinlage beim Anniversario, es hat sooo Spaß gemacht :)

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