Ich sitze gerade in meinem Zimmer, habe die Füße auf dem Bett, alle Fenster weit offen und nur Top und Short an. Und auch so ist es nur schwer aushaltbar. Wie viel Uhr ist es? Elf Uhr Vormittags und schon so eine Hitze… Ein bisschen angenehmer wird es am Nachmittag, da es sich meistens zuzieht und demnach die Sonne nicht mehr so enorm vom Himmel knallt. Diese Hitze ist Auslöser dafür, dass ich so wenig wie noch nie in meinem Leben Weihnachtsfeeling habe und mich auf Weihnachten freue. Es wird einem schnell klar, dass ohne klamme und halb abgefrorene Finger und Füße, ohne einen Mantel, ohne Kerzen, ohne „Last Christmas“ im Radio, ohne Spekulatius mit warmen Kakao, ohne Gesellschaftsspiele am Sonntag, ohne Ausrufe, dass das Jahr ja nun doch schon wieder so schnell rumgegangen ist nun einmal keine Weihnachtsstimmung aufkommen kann.
Ich muss aber dazu sagen, dass ich es auch gerade gar nicht vermisse. Für mich ist eben gerade Sommer und kein Winter!
Ich muss aber dazu sagen, dass ich es auch gerade gar nicht vermisse. Für mich ist eben gerade Sommer und kein Winter!
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| Weihnachten mit Kitsch und Palmen |
Viele andere Gastfamilien haben große Pläne für Weihnachten oder Silvester gemacht und verreisen jetzt mit ihren Gastkindern. Meine Familie wird es ausnutzen, dass die Peruaner an Weihnachten gerne und viel Geld ausgeben und auch viel Ceviche und Chicharron essen wollen. Im Klartext heißt das keine gemütlichen Feiertage mit hochgelegten Füßen, sondern Arbeit, Arbeit, Arbeit. Auch ich werde mich dem anschließen, wenn es schon keine anderweitigen Familienaktionen gibt, ist das gemeinsame Arbeiten eben die weihnachtliche Familienaktion.
Am Wochenende war ich mit Michael und Saskia in der 8 h Busfahrt entfernten Stadt Chiclayo (500.000 EW). Es war super mal in eine größere Stadt zu kommen! Man merkt sofort wieder, was für ein Kaff Tumbes eigentlich ist. Wir waren ausgiebig shoppen (Kleidung in Chiclayo ist super billig) und haben einen typischen Markt besucht. Leider konnte ich keine Fotos schießen, da ich Angst um meine Kamera hatte. Ihr müsst euch das so vorstellen: Hunderte kleinster Ständchen mit ALLEM, was man sich vorstellen kann. Es gibt Abteilungen, wo sich ein Schuhstand an den anderen reiht, dann Obst, Fisch, Kräuter, Drogerieartikel, … … … Wirklich alles! Wir 3 Gringos haben mal wieder enorm viel Aufmerksamkeit erregt, besonders als wir versucht haben, den Bananenverkäufer runterzuhandeln und nur ein belustigtes Lächeln als Reaktion bekommen haben. Haha… Na, man kanns ja mal versuchen. Es ist ja nicht so, dass wir die 25 ct für die 5 bananen nicht aufbringen könnten. Nein, es geht viel mehr darum, dass uns Ausländern immer und überall ein anderer Preis gesagt wird, als den einheimischen. Das fängt beim Bananenkaufen an und hört beim Flug buchen auf, wo Einheimische einen billigeren Tarif haben als Ausländer. Da ich das zwar auf der einen Seite verstehen kann, auf der anderen Seite aber doch irgendwie unverschämt finde, da ich nunmal eine nicht bezahlte Freiwillige bin und auch nicht soooo viel Geld ranscheffel, versuche ich da irgendwie gegenzuhalten . ;) Mit mehr oder weniger großem Erfolg…
Am Samstag waren wir dann in einem Dorf 1 h außerhalb von Chiclayo reiten! Auf peruanischen Pasopferden, die tölten können (ich wette zwar dass nur 2 von 10 wissen, was das heisst, aber wikipedia hilft da) Na aufjedenfall kann man auf den Pferden ziemlich schnell und bequem durch die Landschaft düsen. Wir sind ins Tal von Túcume geritten und haben uns Ruinen von alten Moche-Tempeln angeschaut. Diese Kultur hat vor den Inka ein großes Territorium in Peru besiedelt und auch überall Tempelanlagen hinterlaßen. Durch Wind und Wetter sehen die Tempel mittlerweile eher aus wie Sandberge, aber trotzdem eine interessante Vorstellung auf einem Tempel zu stehen!
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| Der Sandberg alias Tempel |
Es war einfach tierisch entspannend mal wieder auf einem Pferd zu sitzen!
Abends waren wir dann richtig dekadente und reiche Europäer und sind in eine Mall gegangen. Diese Malls sind Einkaufszentren, mit allen typischen Marken und ner Menge Restaurants aus dem Westen (Starbucks, McDonalds, PizzaHut,…). Hierher kommen eigentlich nur die gutbetuchten 20 Prozent der Bewohner und die Preise sind dementsprechend. Es ist wirklich irreal durch diese Malls zu gehen und sich wie in Europa zu fühlen, wenn man 3 h vorher noch übers Land gefahren ist und ne Menge Armut miterlebt hat. Diese gegensätze sind wirklich enorm! Na, wir waren eigentlich auch nur in diesem Einkaufszentrum weil wir endlich mal wieder ins Kino wollten… In Tumbes gibt es zwar theoretisch ein Kino, es ist aber leider kaputt seit ner langen Zeit. Leider gab es nicht soo die Bombenfilme, eigentlich wollten wir Harry Potter schauen, der lief aber gar nicht mehr und somit mussten wir uns mit Narnia zufriedengeben… Ich bin mitten im Film eingeschlafen, weil er so schlecht war. :(
Sonntag waren wir dann noch in einem Museum über die schon erwähnte Moche Kultur. Aus Ausgrabungen bei den Tempelanlagen wurde das Leben dieser Kultur erforscht und ziemlich interessant ausgestellt. Wirklich beeindruckend wie weit entwickelt die Menschen 300 nach Christus schon waren und wie feinen Schmuck und Zeramik sie herstellen konnten.
Ein gelungenes Wochenende! :)
Ich habe überlegt euch auch mal ein bisschen Musik nahezubringen. Aus diesem Grund findet ihr hier ein paar Links zu den verschiedenen Musikstilen. Hab versucht aktuelle und bekannte Songs auszuwählen ;)
Ich habe überlegt euch auch mal ein bisschen Musik nahezubringen. Aus diesem Grund findet ihr hier ein paar Links zu den verschiedenen Musikstilen. Hab versucht aktuelle und bekannte Songs auszuwählen ;)
Salsa:
Cumbia:
Meruenge:
Reaggeton:
Bachata:
Sooooo und damit wünsch ich euch allen ein schönes Weihnachtswochenende!



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